Auf jeden Fall werden Bands spielen und natürlich werden Texte gelesen. Als Literaturshow mit Schreimövenchor wird es natürlich auch Prosanova geben.

Bis das Lineup steht nur so viel: Es geht um Lesebühnenromantik, Singer-Songwriter, Märchenrunden, öffentliche Chorproben (wer sich nicht rechtzeitig wegduckt, ist dabei), Literatur-Kneipenquiz, Hörspielworkshop, Yoga, Massage, Lagerfeuer, Cocktails, Kanufahrten, Disco und die ein oder andere Literaturzeitschriften-Neuausgabe.

Es wird in Bälde immer mehr Infos geben. Also schaut doch öfter mal wieder rein!

Zur weiteren Beschreibung haben wir folgenden Text aus einer werbefinanzierten, terminjournalistischen Zeitung geklaut, dessen Inhalt passt:

Literaturfestivalmanifest

Es kann Aufgabe eines mündigen Umgangs mit der Welt sein, Sprache auf den Bildschirm, oder zu Papier zu bringen. Solch ein Produkt ist in manchen Fällen Literatur.

  • Literatur ist niemals bloße Aufmerksamkeit erheischende Kommentarfunktion.
  • Literatur ist niemals eine Zeitungskolumne.
  • Literatur verkündet niemals einseitige Meinungen, ohne einen offenen Diskurs zu ermöglichen.
  • Literatur ist auch kein animiertes GIF.
  • Literatur ist nur in sehr seltenen Fällen ein politisches Pamphlet.

Geschriebene Texte können vorgetragen werden, schlussfolgernd müssen solche Vorträge eine wichtige Rolle auf einem Literaturfestival spielen.

  • Der unsichere und Beklemmung erzeugende Vortrag von Literatur ist eine Kunstform.
  • Der inspirierende, wirkungsvolle Vortrag von Literatur ist eine Kunstform.
  • Der wütende, Ohnmacht beschreibende Vortrag von Literatur ist eine Kunstform.
  • Der Inneres nach außen tragende Vortrag von Literatur ist eine Kunstform.

Jeglichem Vortrag eines geschriebenen Wortes sollte auf einem Literaturfestival zugehört werden. Literaturfestivalbesucher dürfen sich ein Urteil zu solch einem Vortrag bilden, sofern sie diesen gehört haben. Literatur darf auf einem Festival beklatscht und bejubelt werden.

Literatur darf bemängelt werden. Humor kann Mittel sein, ist aber niemals der Zweck von Literatur. Reime sind nicht dazu geeignet, Texte aufzuwerten; Form hat in der Literatur keine Funktion. Lyrik ist trotzdem Literatur. Lyrik hat selten Reime.

Literatur ist keine Musik. Musik gehört zu einem Festival, wie der Irrsinn zu einem Präsidenten-Tweet. Das ist kein Widerspruch. Es darf auf einem Literaturfestival Musik gespielt werden. Es darf auf einem Literaturfestival zu Musik getanzt werden. Auch Musik darf zwischen den Zeilen eines Literaturfestivals Freude und Vergnügen bereiten. Musik kann Live sein, kann aber auch aus der Konserve kommen.

Besucher eines Literaturfestivals dürfen essen und trinken, um nicht zu verhungern, oder zu verdursten. Sie dürfen auch trinken, ohne durstig zu sein. Während eines Vortrages von Literatur sollte der Zuhörer nicht zu laut schmatzen und selten rülpsen.

Literatur ist meist Selbstzweck und wird höchst selten monetär vergütet. Schade, aber so ist es nun mal. Auch auf einem Literaturfestival hat Literatur nur einen Wert, weil sie vorgetragen und ihr zugehört wird. Mehr ist da nicht. In seltenen Fällen gibt es ein T-Shirt.

Wenn Literatur wirklich so selbstlos ist, sollte der Eintritt zu einem Literaturfestival nicht mehr kosten, als eine gut belegte Familienpizza. Literaturfestivals finden nicht nur im Juni, sondern auch im Juli statt. Auf manchen Literaturfestivals kann man zelten, denn neue Literatur sollte nicht nur in Hildesheim ein Festival bekommen, sondern hat den Anspruch, auch woanders Festivals zu veranstalten. Vielleicht einen Monat später. Und wenn Literatur schon Festivals veranstaltet, ist es unumgänglich, dass ein solches mitten im Sommer auch im Festivalland MV stattfindet.

Unterstützer des Prosanova-Festivals: