Auf jeden Fall werden Bands spielen und natürlich werden Texte gelesen. Als Literaturshow mit Schreimövenchor wird es natürlich auch Prosanova geben.

Bis das Lineup steht nur so viel: Es geht um Lesebühnenromantik, Singer-Songwriter, Märchenrunden, öffentliche Chorproben (wer sich nicht rechtzeitig wegduckt, ist dabei), Literatur-Kneipenquiz, Hörspielworkshop, Yoga, Massage, Lagerfeuer, Cocktails, Kanufahrten, Disco und die ein oder andere Literaturzeitschriften-Neuausgabe.

Durch ein erstes, unvollständiges Lineup könnt ihr euch hier klicken. Es ist noch lange nicht vollständig:

Lineup 2018

Stephan Deglow

Stephan Deglow (HausLese, Rostock)

Programmierer, MultiMedia-Künstler, manchmal Autor von Kurzgeschichten.

Steffen Dürre

Steffen Dürre (WAS, Rostock)

Steffen Dürre, meistunterschätzter selbstverhindernder Autor versteckt  seine Untätigkeit in der  Herausgabe der Literaturzeitschrift Weisz auf Schwarz (WAS) – Zeitschrift für alternative Fiktionen. Diese Zeitschrift (Achtung, Werbung:) ist die größte Literaturzeitschrift in M-V (Format und Auflage), sammelt junge zeitgenössische Stimmen aus dem deutschsprachigen Raum und wird die „schöne Neue“ genannt – obwohl es sie seit 2007 gibt.
Ansonsten ist der Dürre Grafiker, denn Bilder lassen sich nicht nur mit Worten machen. Sein Kopf ist ein Bienenstock, in dem sich reichlich imkern lässt. Manchmal verdient er damit Geld.

Kirsten Fuchs

Kirsten Fuchs (Fuchs und Söhne, Berlin)

Kirsten Fuchs ist Schriftstellerin, Lesebühnenautorin und Kolumnistin und lebt in Berlin. Mehrere Veröffentlichungen unter anderem: »Die Titanic und Herr Berg« bei Rowohlt Berlin, »Eine Frau spürt so was nicht« bei Voland & Quist. Sie schreibt regelmäßig Kolumnen für »Das Magazin« und ist Mitglied bei der Lesebühne »Fuchs und Söhne«.
Neueste Bücher:"Kaum macht man mal was falsch, ist das auch wieder nicht richtig" - Voland & Quist
"Mädchenmeute" - Rowohlt Berlin

Franziska Hauser

Franziska Hauser (DEO, Berlin)

Franziska Hauser, geboren 1975 in Berlin ist Autorin und Fotografin. An der Kunsthochschule Berlin Weißensee studierte sie Bühnenbild und freie Kunst, später Fotografie an der Ostkreuzschule. Sie ist freie Mitarbeiterin bei "Das Magazin-Kultur, Gesellschaft, Leben", Texte erschienen in Berliner Zeitung, Brigitte, Maxi, NIDO, taz, Freitag u.a. Im Frühjahr 2015 erschien ihr Debütroman "Sommerdreieck" im Rowohlt Verlag, wofür sie mit dem Debütantenpreis der lit.Cologne ausgezeichnet und für den ZDF Aspekte Preis nominiert wurde. Im Frühjahr 2018 erscheint ihr zweiter Roman "die Gewitterschwimmerin" im Eichborn Verlag, sie tritt regelmäßig bei Berliner Lesebühnen auf.

www.foto-haus.info

Jörg Knüppel

Jörg Knüppel (Rostock)

Nach einigen Jahren als Schlagzeuger und Sänger in verschiedenen Bands und Projekten, wurde es nun Zeit seinen eigenen Gedanken musikalische Gestalt zu geben. Entstanden ist ein sehr vielfältiges Album, welches sich nicht festlegen will. Zwischen Offbeat Reggae und klassischer Liedermacherattetüde ist auch Platz für Funk- und Jazzelemente.
Aber immer ein Zentrales Thema. Wie möchte ich sein?
Ein Querdenker. Ein Musiker, der kritisch mit sich und seinen Zuhörern umgeht, aneckt, zum Nachdenken anregt, ohne sich dabei an der typischen gefügigen Melancholie anderer Singer/Songwriter zu vergreifen. Frei nach der Erkenntnis, dass unsere Leben und unsere Welt veränderbar ist.
Auf seinem Debütalbum „Under the Tree“ mit meist deutschen Texten beweist Jörg erstaunliche Musikalität. Er arrangiert  und spielt verschiedene Gitarren, Bass und Schlagzeug. Bewegend zu hören, wie dort eine lebensbejahende Stimme einen konstruktiven Klangraum erschafft und damit erbauliche Kulturimpulse setzt, welche Leichtigkeit und Ernsthaftigkeit zugleich ausstrahlen.
Kurzum Eingängig aber nie säuselnd, Überraschend aber nicht vertrackt, ausgereifter Stoff. Ein Klang malerisches Kleinod in der so oft oberflächlichen Musiklandschaft.

Henrik Lauber

Henrik Lauber (Prosanova)

Als Lehrer hat er zwar geschworen, dem Land Niedersachsen treu zu dienen, sieht aber keinen Interessenkonflikt, wenn er in seiner alten Heimat Mecklenburg-Vorpommern vorliest. Insgeheim beneidet er Schüler um die wunderbare Möglichkeit, das ganze Jahr Charakterisierungen, Kommentare und Interpretationen fertigen zu können. Deshalb schreibt er auch gern Aufsätze. Oder Gedichte. Oder Aufsätze zu den Gedichten.

Johanna Sailer

Johanna Sailer (Berlin)

geboren 1986 in Berlin, aufgewachsen ebenda und auf Usedom.
Studierte Germanistik und Philosophie in Dresden und Berlin, Gewinnerin des Philosophy Slam Potsdam 2014, Nominierte des Literaturpreises Mecklenburg-Vorpommern 2016.
Schreibt Langprosa über sprechende Erbsen und verliebte Punks, dazwischen bringt sie Gefüchteten Deutsch bei.

Susanne Schirdewahn

Susanne Schirdewahn (DEO, Berlin)

Susanne Schirdewahn ist ein echtes Großstadtgewächs. Geboren 1970 in Berlin/Charlottenburg, verbrachte sie ihre Kindheit in München. Lange Zeit pendelte sie der Liebe wegen zwischen Paris und Berlin, wohin es sie 1992 zog. Mit einem Zwischenstopp in Wien am Burgtheater führte sie ihr Studium an der Hochschule für Schauspielkunst „Ernst Busch“ bis 1998 weiter. Seitdem arbeitet sie als Autorin und bildende Künstlerin. Ihr Debütroman „Schlafende Hunde“ erschien 2008 im Verlag „Onkel und Onkel“. In der Berliner Zeitung sind ihre Kolumnen seit 2010 zu lesen: „Sitzung. Darf ich Sie zeichnen?“, „Basteln mit Prominenten“, „Emoijs“, wo sie beide Leidenschaften, Literatur und Kunst, zusammenführt. Außerdem ist sie Mitglied der Lesebühne „DEO“ zusammen mit Franziska Hauser und Kirsten Fuchs.

Sie lebt mit Mann und zwei Kindern in Prenzlauer Berg.

Martin Stegner

Martin Stegner

Martin Stegner, einer der letzten Heimatdichter, erscheint aller Jubeljahre als Komet am Lyrikhimmel Mecklenburg-Vorpommerns. Am 21. Juli wird er mit blauem Schweif über Recknitzberg hinwegziehen und das Ozonloch mit Gedichten und Liedern füllen.

Theresa Steigleder

Theresa Steigleder (Greifswald)

Theresa Steigleder, geboren am 23.06.1990, wuchs in einem kleinen Dorf namens Schmiedefeld am Rennsteig mitten im Thüringer Wald auf. 2009 zog es sie heraus aus dem Wald und hinein in die weite Welt, um zu studieren. Die weite Welt war zuerst Erfurt und ab 2013 dann die wundervolle Hafenstadt Greifswald. Seit Juni 2016 ist sie stolze Besitzerin eines Masterzeugnisses der Vergleichenden Literaturwissenschaft. Greifswald gefällt ihr so gut, dass sie gar nicht dort weg möchte. Sie mag die Kultur, die sich in dem kleinen Städtchen immer wieder neu und weiter entwickelt. Seit diesem Jahr hat sie einen eigenen Poetry Slam im Studentenclub Kiste und eine Lesebühne im Jugendzentrum Klex in Greifswald. Ach ja: das Meer in der Nähe zu haben ist auch echt gut.
Theresa schrieb schon immer sehr gerne. Bereits in der zweiten Klasse konnte sie ihre Mitschüler mit selbstgeschriebenen Geschichten über Tiere begeistern und ihre Familie mit selbstausgedachten Disneyfilmfortsetzungen nerven. Mit Grenzen und akademischen Schreibstilen konnte sie sich nie anfreunden. Deswegen besteht ihr Gesamtwerk, welches bis jetzt leider nur eingestaubt in Regalen und auf Festplatten ruht, aus vielen verschiedenen Aspekten: Lyrik über das Leben mit Bezügen zu Wald, Wiesen und Wasser. Spontane Kurzgeschichten, die durch die Beobachtung von Menschen oder durch den Blick in den Spiegel entstanden sind. Worte auf Papier, die auf Poetry Slams zu ausgesprochenen Worten werden und dadurch erst ihre vollkommene Wirkung entfalten. In Arbeit sind zudem ein Roman über die Erinnerungen einer Schulklasse und ein Märchen für Erwachsene. Und Poetry Slam Vize-Landesmeisterin Mecklenburg Vorpommerns ist sie auch geworden. Aber ist das eigentlich wichtig? Eigentlich nicht.

Wörtwerk

Marock Bierlej und Der Kowal (Wörtwerk)

Heavy Metal ist nun lesbar!
Seid Zeugen, wie die beiden groben Metallbarren Marock Bierlej und Der
Kowal im Hochofen der Sprache eine neue Literaturlegierung erschaffen
und daraus für Euch Wortlangschwerter und Rhythmusvorschlaghämmer schmieden.

fb.com/wortwerk.grobberatur

Zur weiteren Beschreibung haben wir folgenden Text aus einer werbefinanzierten, terminjournalistischen Zeitung geklaut, dessen Inhalt passt:

Literaturfestivalmanifest

Es kann Aufgabe eines mündigen Umgangs mit der Welt sein, Sprache auf den Bildschirm, oder zu Papier zu bringen. Solch ein Produkt ist in manchen Fällen Literatur.

  • Literatur ist niemals bloße Aufmerksamkeit erheischende Kommentarfunktion.
  • Literatur ist niemals eine Zeitungskolumne.
  • Literatur verkündet niemals einseitige Meinungen, ohne einen offenen Diskurs zu ermöglichen.
  • Literatur ist auch kein animiertes GIF.
  • Literatur ist nur in sehr seltenen Fällen ein politisches Pamphlet.

Geschriebene Texte können vorgetragen werden, schlussfolgernd müssen solche Vorträge eine wichtige Rolle auf einem Literaturfestival spielen.

  • Der unsichere und Beklemmung erzeugende Vortrag von Literatur ist eine Kunstform.
  • Der inspirierende, wirkungsvolle Vortrag von Literatur ist eine Kunstform.
  • Der wütende, Ohnmacht beschreibende Vortrag von Literatur ist eine Kunstform.
  • Der Inneres nach außen tragende Vortrag von Literatur ist eine Kunstform.

Jeglichem Vortrag eines geschriebenen Wortes sollte auf einem Literaturfestival zugehört werden. Literaturfestivalbesucher dürfen sich ein Urteil zu solch einem Vortrag bilden, sofern sie diesen gehört haben. Literatur darf auf einem Festival beklatscht und bejubelt werden.

Literatur darf bemängelt werden. Humor kann Mittel sein, ist aber niemals der Zweck von Literatur. Reime sind nicht dazu geeignet, Texte aufzuwerten; Form hat in der Literatur keine Funktion. Lyrik ist trotzdem Literatur. Lyrik hat selten Reime.

Literatur ist keine Musik. Musik gehört zu einem Festival, wie der Irrsinn zu einem Präsidenten-Tweet. Das ist kein Widerspruch. Es darf auf einem Literaturfestival Musik gespielt werden. Es darf auf einem Literaturfestival zu Musik getanzt werden. Auch Musik darf zwischen den Zeilen eines Literaturfestivals Freude und Vergnügen bereiten. Musik kann Live sein, kann aber auch aus der Konserve kommen.

Besucher eines Literaturfestivals dürfen essen und trinken, um nicht zu verhungern, oder zu verdursten. Sie dürfen auch trinken, ohne durstig zu sein. Während eines Vortrages von Literatur sollte der Zuhörer nicht zu laut schmatzen und selten rülpsen.

Literatur ist meist Selbstzweck und wird höchst selten monetär vergütet. Schade, aber so ist es nun mal. Auch auf einem Literaturfestival hat Literatur nur einen Wert, weil sie vorgetragen und ihr zugehört wird. Mehr ist da nicht. In seltenen Fällen gibt es ein T-Shirt.

Wenn Literatur wirklich so selbstlos ist, sollte der Eintritt zu einem Literaturfestival nicht mehr kosten, als eine gut belegte Familienpizza. Literaturfestivals finden nicht nur im Juni, sondern auch im Juli statt. Auf manchen Literaturfestivals kann man zelten, denn neue Literatur sollte nicht nur in Hildesheim ein Festival bekommen, sondern hat den Anspruch, auch woanders Festivals zu veranstalten. Vielleicht einen Monat später. Und wenn Literatur schon Festivals veranstaltet, ist es unumgänglich, dass ein solches mitten im Sommer auch im Festivalland MV stattfindet.

Unterstützer des Prosanova-Festivals: